BDH-Studie bei Klinik-Personal: Hohe Dunkelziffer bei SARS-CoV-2-Infektionen

15.05.2020

Mehr als drei Millionen Menschen sind der Johns-Hopkins-Universität zufolge am Coronavirus erkrankt, für Deutschland nennt das Robert-Koch-Institut Stand 14.5.2020 eine Fallzahl von 172.239. Unter Experten besteht Konsens, dass diese offiziellen Zahlen die Wirklichkeit der Pandemie nicht exakt widerspiegeln, sondern vielmehr von einer Dunkelziffer auszugehen ist. Einen Hinweis darauf, wie hoch diese sein könnte, gibt eine kürzlich abgeschlossene Studie der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf, einer neurologischen Fachklinik im Landkreis Hameln-Pyrmont (südliches Niedersachsen). Die Studie untersuchte die Infektionsrate des Klinikpersonals.

BDH-Studie bei Klinik-Personal: Hohe Dunkelziffer bei SARS-CoV-2-Infektionen

 Das überraschende Ergebnis ist, dass bereits ca. 3% der Mitarbeiter eine Infektion mit dem Virus durchgemacht haben. Dazu wurde das Blut von 405 Mitarbeitern (d.h. ca. 80% der Belegschaft) auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. 2,9% der untersuchten Blutproben stellten sich als positiv heraus. Der Nachweis von IgG-Antikörpern, der auch in der „Heinsberg-Studie“ verwendet wurde, spricht für eine vor mehreren Wochen durchgemachte Infektion und mögliche Immunität gegen den Erreger. Nur etwa jeder Dritte der positiv getesteten Klinikmitarbeiter hatte in diesem Jahr überhaupt grippeähnliche Symptome erlebt. Bemerkenswerterweise war keine einzige Krankenschwester unter den positiv Getesteten. Da aber das Pflegepersonal üblicherweise die engsten Kontakte zu Patienten hat, spricht viel dafür, dass es außerhalb der Klinik zu den nachgewiesenen Infektionen gekommen ist. Die Infektionsrate liegt etwa um den Faktor 30 höher als es die offiziellen Erkrankungszahlen des Landkreises Hameln-Pyrmont nahelegen und spricht – ähnlich wie in Heinsberg – für eine sehr hohe Dunkelziffer bei SARS-CoV-2-Infektionen.
Damit wird die Vermutung bestätigt, dass es eine hohe Zahl an Krankheitsverläufen gibt, die unbemerkt geschehen. Es besteht die Hoffnung, dass sich im Hintergrund der Krankheitsausbrüche eine Herdenimmunität aufbaut. Zum anderen lässt sich aus der Tatsache, dass sich an der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf keine Krankenschwestern infiziert haben, schließen, dass die Schutzmaßnahmen, die an der Klinik für die Mitarbeiter getroffen werden, offenbar sehr effektiv" sind.

Pressekontakt:
Dr. Thomas Urbach
Leiter BDH-Unternehmenskommunikation
BDH-Klinik Waldkirch
Heitere Weg 10
79183 Waldkirch
Tel. 07681-208-6704
thomas.urbach@bdh-reha.de

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der BDH bietet soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

 
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