14. Oktober 2024
Schlaganfallpatienten aus dem Stadtgebiet und ihre Angehörigen sind dankbar, wenn der Rettungswagen die BDH-Klinik in Hessisch Oldendorf ansteuert. Zur Erstversorgung werden 400 Patienten pro Jahr auf der Stroke Unit aufgenommen, doch in diesem Jahr sind es bereits 500. Und das ist auch gut so, denn je schneller beim Schlaganfall reagiert wird, desto besser sind die Behandlungschancen
Oberärztin Dr. Sandra Bücker, die auch das Palliativteam leitet, berichtet: „Durch personelle Umstrukturierungen sind wir deutlich besser aufgestellt: Losgelöst von der Intensivstation haben wir seit rund einem Jahr unser eigenes Stroke Unit-Team und können dadurch mehr Patienten versorgen.“
Über vier Plätze verfügt die Stroke Unit, auf der direkt nach der Einlieferung die neurologische Diagnose gestellt wird. „Mitunter kommen auch Patienten mit einem Aneurysma, die wir an die Neurochirurgie weiterleiten oder internistische Fälle, die sich neurologisch darstellen und schnell weiterverlegt werden“, so Dr. Bücker. Vermehrt werden ältere Schlaganfallpatienten aufgenommen - „schließlich haben auch sie bei schnellem Handeln noch eine gewisse Lebenserwartung vor sich.“ Dr. Sandra Bücker hat die Erfahrung gemacht, dass von einer neurologischen Erkrankung Betroffene seit Corona leider eher später eingeliefert werden. „Wer glaubt, aufgrund des Alters nicht mehr gleich reagieren und Hilfe holen zu müssen, forciert Immobilität oder andere Erkrankungen“, betont sie und appelliert: „Rufen Sie im Verdachtsfall nicht Ihren Hausarzt an, sondern schnell die 112!“ Wer diese Notrufnummer wählt, sorgt dafür, dass die Leitstelle in Hameln sofort einen Rettungswagen benachrichtigt, der den Patienten abholt und direkt zur nächstgelegenen Stroke Unit bringt. „Selbst wenn bei uns alle vier Plätze belegt sind, übernehmen wir immer die Erstversorgung – denn jede Sekunde zählt“, erklärt die Neurologin. Wie geht es dem 500. Patienten? „Das war ein Mensch, der erstmals eine Migräneattacke hatte; wir konnten ihn schon wieder entlassen. Er hat genau richtig gehandelt, denn von den Symptomen her hätte es durchaus auch ein Schlaganfall sein können. Trauen Sie sich in solchen Fällen, wählen Sie unbedingt die 112“, wiederholt die Oberärztin.
In der Stroke Unit stehen rund um die Uhr Stationsärzte bereit, Fachärzte für Neurologie sind in Rufbereitschaft. Auch mit den Therapien wird bereits auf der Stroke Unit begonnen. „Rund zwei Tage ist die Verweildauer bei uns, Patienten mit leichtem Schlaganfall und ohne Defizit können manchmal früher nach Hause. In den meisten Fällen bleiben die Patienten zur anschließenden Rehabilitation hier in der BDH-Klinik“, sagt Dr. Bücker und ergänzt: „Natürlich ist eine Reha auch ambulant von zu Hause aus machbar, aber da hapert es mitunter an der Eigenverantwortung. Wer nicht am Ball bleibt, erschwert die Behandlungschancen enorm.“