Fragen und Antworten rund um die Coronavirus-Impfung

13.01.2021

Die größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands ist angelaufen. Noch nie spaltete eine Diskussion um eine Impfung eine Gesellschaft so sehr wie heute. Und noch nie wurde über dieses Thema so kontrovers debattiert wie im Moment. Wissenschaftlich und dennoch leicht verständlich gibt Prof. Dr. med. Thomas Platz, Ärztlicher Direktor Forschung im BDH Bundesverband Rehabilitation und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) Antworten auf Fragen, die uns derzeit alle bewegen.

Fragen und Antworten rund um die Coronavirus-Impfung

Coronaviren vom Typ SARS-CoV-2 bescheren uns derzeit eine schwere Pandemie mit der Corona-Virus-Erkrankung COVID-19. Weltweit haben sich inzwischen 87,9 Millionen Menschen nachweislich infiziert, in Deutschland ca. 1,9 Millionen und es starben mit oder an COVID-19 weltweit fast 2 Millionen Menschen, in Deutschland mehr als 38 Tausend (Stand 07.01.2021). Die Zahlen nehmen weiterhin täglich deutlich zu. Die COVID-19-Erkrankung trifft ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen besonders hart. Die Behandlung schwerer Verläufe stellt die Intensivmedizin vor große Herausforderungen, nicht selten wird der Kampf um jedes einzelne Menschenleben verloren und es ist der Tod eines weiteren Mitmenschen zu beklagen.
Dagegen hilft nur eine umfangreiche Präventions-(Vorsorge-)Strategie. Schon die AHA-Regel ist ein wirksames Mittel, um sich gegen das Coronavirus zu schützen: Abstand einhalten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmasken tragen. Dazu kommt die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Auch sie trägt sie zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei, indem sie dabei hilft, Infektionsketten zu durchbrechen. Ergänzt werden diese Grundregeln durch die vielen Maßnahmen, die von der Politik beschlossen werden, um die SARS-CoV-2-Verbreitung zu minimieren.
Neben all diesen wichtigen Maßnahmen ist ein zweiter wichtiger Baustein der Vorsorge (Prävention) die Entwicklung und Umsetzung einer Impfstrategie. Es sollen möglichst viele Bürger*innen gegen SARS-CoV-2 geimpft werden, damit jede/r einzelne vor COVID-19 geschützt werden kann, aber auch damit die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Viren, die ja bei einer Infektion wesentlich verstärkt ist, auch durch den Infektionsschutz nach einer Impfung reduziert und möglichst unterbunden werden kann, wenn die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung geimpft ist. Es gibt also zwei Anliegen der Impfung: 1. der Schutz des einzelnen, und besonders wichtig sind hier die älteren Personen und Personen mit Vorerkrankungen, da für diese die Erkrankung häufiger schwer und sehr schwer verläuft, und 2. die Beherrschung der Pandemie insgesamt und damit eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens.
Noch sind die Impfmittel knapp und es wird seitens der Politik daran gearbeitet, zeitnah möglichst für die gesamte Bevölkerung Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist jedoch auch, dass Impfbereitschaft besteht, um für alle einen möglichst guten Schutz vor COVID-19 zu erlangen und mittelfristig auch dadurch wieder eine Normalisierung des sozialen Lebens zu erreichen.

Natürlich ist die Impfung zum Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion für alle „Neuland“ und daher sollen hier einige grundständige Information zur Impfung gegeben werden.

Präventive (im Rahmen der Infektionsvorsorge gegebene) Impfstoffe

Präventive Impfstoffe regen die körpereigene Immunabwehr spezifisch an, sodass diese im Falle einer Infektion rasch reagieren und SARS-CoV-2-Viren im Körper bekämpfen kann. Damit soll primär vor der von SARS-CoV-2 ausgelösten Infektionskrankheit geschützt werden.

Mit welchen Technologien werden Virus-Impfstoffe im Allgemeinen entwickelt?

Es gibt viele verschiedene Ansätze zur Herstellung von Impfstoffen, die häufig auf sogenannten Plattform-Technologien beruhen. Das Prinzip der Plattform-Technologien basiert auf dem Baukastenprinzip, bei dem gleiche Grundstrukturen und Technologien (Plattformen) verwendet werden und nur die Erreger-spezifische Komponente (Virus oder genetische Information des Virus) ausgetauscht wird. 

Die modernen Plattformen sind sich vermehrende oder vermehrungsunfähige „Vektor-Impfstoffe“, „DNA—Impfstoffe“ und „RNA-Impfstoffe“. Auf Basis all dieser Impfstoff-Plattformen gelang es weltweit Forschungsteams, innerhalb von Monaten verschiedene Impfstoff-Kandidaten gegen COVID-19 zu entwickeln. Einige wurden bereits im Tiermodell und am Menschen erprobt, mehrere in großen klinischen Studien geprüft. Aussagekräftige Ergebnisse großer Studien an Zig-Tausend Menschen führen dann zur Zulassung durch die Behörden.

Vektor-Impfstoffe: Ein abgeschwächtes (attenuiertes) Virus dient als Transportmittel (Vektor) für einen ungefährlichen Teil der Erbinformation von SARS-CoV-2 in wenige Körperzellen.

RNA/DNA-Impfstoffe: Diese Impfstoffe enthalten Teile der Erbinformation des Virus in Form von RNA bzw. DNA, die den Bauplan für ein oder mehrere Viruseiweiße (Proteine) bereitstellen. Nach der Impfung wird die RNA oder DNA von einigen wenigen menschlichen Körperzellen aufgenommen.

In diesen Körperzellen werden die eingeschleuste Erbinformation als Vorlage genutzt, um das oder die Virusproteine (Eiweiße) in der Zelle zu produzieren. Der Körper stellt also ohne Infektion mit dem Virus einen strukturidentischen Bestandteil des Virus selbst her. Da aber nur ein Bestandteil des Virus gebildet wird, ist ausgeschlossen, dass auf diesem Weg komplette vermehrungsfähige Viren entstehen können, die COVID-19, also eine Erkrankung mit dem Virus auslösen könnten. Die neu gebildeten, ungefährlichen „Virus“-Proteine werden als „Antigene“ (fremdartige Eiweiße) bezeichnet. Denn sie aktivieren das körpereigene Immunsystem und erzeugen so die schützende Immunantwort gegen dies fremden, nicht zum Körper gehörenden Eiweiße.

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe und was sind ihre Vorteile?

RNA-Impfstoffe enthalten die Erbinformation in Form von Boten-RNA („messenger RNA, mRNA“), die den Bauplan des Antigens (für ein ungefährliches Virusprotein) umfasst. Diese Erbinformation wird von Körperzellen als Bauplan genutzt, um das spezifische Antigen (ungefährliches Virusprotein) in wenigen Körperzellen selbst zu produzieren. Die Zellen präsentieren dieses Antigen Immunzellen, was die gewünschte spezifische Immunantwort auslöst. Bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SARS-CoV-2 erkennt das Immunsystem das Antigen wieder, da das Virus ja auch dieses Protein als Bestandteil hat, kann darüber das Virus spezifisch erkennen und so die Infektionskrankheit gezielt bekämpfen. Vorteile der mRNA-Impfstoffe sind unter anderem die einfache Struktur der RNA und die Möglichkeit, in wenigen Wochen viele Millionen Impfdosen herzustellen.

Wie hoch ist die Gefahr der Integration von mRNA-Impfstoffen ins Genom (primäre menschliche Erbinformation)?

Es besteht keine Gefahr einer Integration von mRNA in das humane Genom, die primäre menschliche Erbinformation. Beim Menschen befindet sich das Genom in Form von DNA im Zellkern. Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass die von den Körperzellen nach der Impfung aufgenommen mRNA in DNA umgeschrieben wird.

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Die Mutation von Viren ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei verschiedenen Viren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wenn ein Virus mutiert, heißt dies nicht automatisch, dass die genetische Veränderung die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass die bisher beobachteten Virusmutationen keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe haben. Es wäre – wenn erforderlich – auch möglich, den Impfstoff an die Mutation anzupassen.

Wie gut schützen die derzeit entwickelten Impfstoffe vor einer SARS-CoV-2-Infektion und wie gut werden sie vertragen?

Die Ergebnisse bereits veröffentlichter großer klinischer Studien seien kurz zusammengefasst:

 
 

Vektor-Impfstoff-Kandidat ChAdOx1 nCoV-19 der Firma AstraZeneca:

Eine am 08.12.2020 veröffentlichte vorläufige Zwischenanalyse präsentierte Daten von 11636 geimpften Erwachsenen aus zwei in Groß Britannien und Brasilien laufenden Studien (von insgesamt 4 laufenden Studien), die den Impfstoff oder eine „Kontroll“-Impfung (ohne den Impfstoff) zweimal erhalten hatten. Primär untersucht wurde, ob nach mehr als 14 Tagen nach der zweiten Impfung weniger (symptomatische, mit einem Labortest bestätigte) COVID-19 Erkrankungen beobachtet werden konnten. Das war der Fall: In der Kontrollgruppe erkrankten 101 (1,7%) der Beteiligten, in der mit dem Impfstoff behandelten nur 30 (0,5%). Das entsprach einer Impfwirksamkeit von 70,4 % (95% Konfidenzintervall 54,8 bis 80,6%). Auch mussten in einem Zeitfenster ab 21 Tagen nach der ersten Impfbehandlung 10 Personen in der Kontrollgruppe wegen COVID-19 in einem Krankenhaus behandelt werden, davon 2 mit schwerem Verlauf (eine der beiden Personen verstarb), aber niemand von den mit dem neuen Impfstoff behandelten Personen.

mRNA-Impfstoff BNT162b2 (Comirnaty®) der Firmen BoiNTech und Pfizer:

Am 10.12.2020 wurden die Ergebnisse von 43448 Geimpften (Alter mindestens 16 Jahre) einer multinationalen Studie mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 veröffentlicht. Primär untersucht wurde, ob nach mindestens 7 Tagen nach der zweiten Impfung (mit 21 Tagen Abstand) weniger (symptomatische, mit einem Labortest bestätigte) COVID-19 Erkrankungen beobachtet werden konnten. Das war der Fall: In der mit einem Placebo geimpften Kontrollgruppe erkrankten 162 (0,9%) der Beteiligten, in der mit dem Impfstoff behandelten erkrankten nur 8 Personen (0,04%). Das entsprach einer Impfwirksamkeit von 95,0 % (95% Konfidenzintervall 90,3 bis 97,6%). Auch in verschiedenen Untergruppen (u.a. Frauen/Männer, Altersgruppen) war die Impfwirksamkeit jeweils vergleichbar hoch gegeben. Zwischen der ersten und zweiten Impfdosis lag die Impfwirksamkeit nur bei 52,0 % (95% Konfidenzintervall 29,5 bis 68,4%); ein Schutz konnte in der Impfstoffgruppe bereits ab 12 Tagen nach der ersten Impfdosis festgestellt werden. Die Impfung führte nicht zu einem erhöhten Vorkommen schwerer Nebenwirkungen. Nach der Impfung mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 kam es jedoch häufiger zu lokalen Impfreaktionen, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit von kurzer Dauer.

Am 21.12.2020 hat die Europäischen Kommission den Impfstoff unter dem Namen „Comirnaty“ als COVID-19-Impfstoff (mRNA) zur Verwendung ab einem Lebensalter von 16 Jahren zugelassen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat inzwischen Meldungen zu den ersten 1,9 Millionen Impfungen mit Comirnaty® in den USA ausgewertet und am 06.01.2021 veröffentlicht. Der Impfstoff war dort seit 11.12.2020 zugelassen („Notzulassung“). Insgesamt traten bei den 1,9 Millionen Impfungen 21 Fälle von schweren allergischen Reaktionen, sogenannten Anaphylaxien, auf, äußerten sich häufig innerhalb von 15 Minuten, zum Teil mit Ausschlägen, Nesselsucht, Lippen- oder Zungenschwellung, in einigen Fällen mit Atemnot. 81 Prozent der Betroffenen waren Allergiker, sie hatten auch früher schon auf Tiereiweiße, Nahrungsmittel, andere Impfstoffe oder Medikamente allergisch reagiert. Schweren allergischen Reaktionen sind also bei Impfungen mit Comirnaty® selten, kommen aber insbesondere bei Allergikern vor.

Impfstoff mRNA-1273 (COVID-19 Vaccine Moderna®) der Firma Moderna:

Die Ergebnisse von 28207 nach Studienprotokoll zweimal mit dem Impfstoff mRNA-1273 oder einer Placebo-Impfung Geimpften (Alter mindestens 18 Jahre) einer US-amerikanischen Multizenter-Studie wurden am 30.12.2020 veröffentlicht. Primär untersucht wurde, ob nach mindestens 14 Tagen nach der zweiten Impfung (mit 28 Tagen Abstand) weniger (symptomatische, mit einem Labortest bestätigte) COVID-19 Erkrankungen beobachtet werden konnten. Das war der Fall: In der mit einem Placebo geimpften Kontrollgruppe erkrankten 185 (1,3%) der Beteiligten, in der mit dem Impfstoff behandelten erkrankten nur 11 Personen (0,08%). Das entsprach einer Impfwirksamkeit von 94,1 % (95% Konfidenzintervall 89,3 bis 96,8%). In verschiedenen Untergruppen (u.a. Frauen/Männer, Altersgruppen) war die Impfwirksamkeit jeweils in etwa vergleichbar hoch gegeben, bei den über 65-Jährigen eventuell etwas niedriger (Impfwirksamkeit von 86,4 %, 95% Konfidenzintervall 61,4 bis 95,2%). Schwere COVID-19-Erkrankungen wurden in 30 Fällen beobachtet (mit einem Todesfall), alle gehörten zur Kontrollgruppe. Die Impfung führte nicht zu einem erhöhten Vorkommen schwerer Nebenwirkungen. Nach der Impfung mit dem mRNA-Impfstoff kam es häufiger zu lokalen Impfreaktionen (erste und zweite Impfung), Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen (jeweils insbesondere nach der zweiten Impfung) von kurzer Dauer. Für das Moderna-Mittel liegen noch nicht genug Daten zur Beurteilung allergischer Reaktionen vor.  

Einen Vorteil gegenüber Biontechs Impfstoff hat der Moderna-Impfstoff: Er muss weniger stark gekühlt werden.

Am 6.01.2021 hat die Europäischen Kommission den Impfstoff unter dem Namen „COVID-19 Vaccine Moderna“ als COVID-19-Impfstoff (mRNA) zur Verwendung ab einem Lebensalter von 18 Jahren zugelassen.

Wer überwacht die Impfreaktionen (Nebenwirkungen)?

Auch bei breiter Anwendung wird die Wirksamkeit, Sicherheit und auch die Schutzdauer der COVID- Impfstoffe fortlaufend von den jeweiligen pharmazeutischen Unternehmen, die die Impfstoffe herstellen, selbst sowie durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die zuständigen Gremien bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) überprüft und bewertet. Die entsprechenden Erkenntnisse werden genutzt, um zeitnah das aktuelle Wissen bei der Impfpraxis zu berücksichtigen.

Wer wird zuerst geimpft?

Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) festgelegt, die auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) aufbaut (Detailinformation siehe Kasten „Die Priorisierung im Einzelnen - 3 Stufen der Impfabfolge“). Diese Rechtsverordnung ist am 15. Dezember 2020 in Kraft treten.

Eine Priorisierung ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen.

Nach der Impf-Verordnung werden zuerst die über 80-Jährigen sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft. Auch das Personal dieser Häuser Beschäftigte im Gesundheitswesen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, gehören zu der ersten Gruppe.

Diese Reihenfolge wird auch bei den zweiten Impfungen beibehalten.

Die Priorisierung im Einzelnen - 3 Stufen der Impfabfolge:

Stufe 1: Höchste Priorität

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen. (v.a. Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin)

Stufe 2: Hohe Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen von solchen pflegebedürftigen Personen, die über 70 Jahre alt sind, Trisomie 21 oder eine geistige Behinderung (bzw. Demenz) oder nach einer Organtransplantation ein hohes Infektionsrisiko haben
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind

Stufe 3: Erhöhte Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, im Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Erzieher und Lehrer
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Wie läuft das Terminmanagement?

Die Impfberechtigten werden von den Bundesländern informiert. Damit es nicht zu langen Warteschlangen vor Impfzentren kommt, wird es ein Terminmanagement geben. Das BMG hat gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung auf Basis des bestehenden Systems der Terminvergabe der Terminservicestellen mit der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116117 ein standardisiertes Vorgehen erarbeitet. Fast alle Bundesländer werden die 116117 als Zugangsnummer für die Terminvergabe nutzen. Zudem sind Möglichkeiten der digitalen Terminvereinbarung vorgesehen.

Muss ich nach der Impfung noch eine Maske tragen? Werde ich von Einschränkungen befreit, wenn ich geimpft bin?

Die bestehenden Empfehlungen (AHA-Regeln) und Einschränkungen zum Infektionsschutz gelten zunächst für alle weiter.

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der BDH bietet soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

 
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