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Dreiländertreffen der Neurorehaexperten in Freiburg

02. Dezember 2025

Unter einem D-A-CH: Evidenz, Praxis und Innovation – das verspricht das Motto der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation zusammen mit der Österreichischen und der Schweizerischen Gesellschaft für Neurorehabilitation.

Prof. Platz

Einer der diesjährigen Tagungspräsidenten ist Prof. Thomas Platz, Forschungsdirektor des BDH Bundesverband Rehabilitation aus Greifswald. Er mahnt vor Tagungsbeginn an, dass medizinisches Wissen allein nicht reiche, um die neurorehabilitative Versorgung weiterzuentwickeln. Die Praxis und Umsetzung neuer Erkenntnisse neu in den Blick zu nehmen, ist sein Appell. Unter anderem mit einer länder- und berufsgruppenübergreifenden Zukunftswerkstatt in Freiburg.

In einem Vorabinterview zur Jahrestagung vom 4. bis 6. Dezember 2025 beantwortet er Fragen zur Situation und Positionierung der Neurorehabilitation heute.

Herr Prof. Platz, wie ist die Neurorehabilitation im Vergleich in der Versorgung aufgestellt?

Sicherlich haben wir in Deutschland – und das trifft auch für Österreichischen und die Schweiz zu – im weltweiten Vergleich eine sehr gute Aufstellung in der medizinischen Versorgung. In Deutschland zum Beispiel haben wir die neurologische Frührehabilitation inklusive Beatmungsentwöhnungzentren, die neurologische Anschlussrehabilitation und auch eine ambulante Versorgung. In all diesen Bereichen gibt es aber auch ständige Veränderungen der Rahmenbedingungen und immer wieder die berechtigte Sorge: wie kann die Neurorehabilitation zukunftssicher in das Versorgungssystem integriert werden? Ich denke etwa an die Krankenhausreform und ihre Auswirkungen, an die anders und spezifisch in die Gesundheitsversorgung eingebettete Rehabilitation außerhalb des Krankenhaussektors. Ich denke an die ambulante Versorgung, wo eine multiprofessionelle, Team-basierte Therapie im Großen und Ganzen leider noch nicht umgesetzt ist. So ergeben sich auch hier Chancen und Risiken, die auch beim Kongress mit thematisiert werden.

Und was sind Herausforderungen für die Neurorehabilitation in den nächsten Jahren?

Neurologische Erkrankungen, dazu zählen der Schlaganfall insbesondere, aber auch neurodegenerative Erkrankung wie die Parkinson-Erkrankung oder Demenzen, wie auch Schädel-Hirn-Traumata und Multiple Sklerose sind führende Ursachen für Alltagsbehinderungen weltweit und so auch bei uns. Mit den demographischen Veränderungen wird die Anzahl der Personen in unserer Gesellschaft, die von neurologisch bedingter Behinderung betroffen sind, deutlich zunehmen. Neurorehabilitation ist die Form der Medizin, die die Aufgabe hat und erreichen kann, dass trotz einer neurologischen Erkrankung Alltagsbewältigung weiterhin selbstständig gelingt und Pflegebedarf vermieten werden kann. Sie wird also immer wichtiger. Die große Herausforderung wird sein: Wie können wir diese Form der medizinischen Behandlung zukunfts- und demografiesicher machen? Hierfür bedarf es der Gewinnung von Fachkräften und deren Ausbildung, des Einsatzes von Technologie, aber auch der politischen Rahmenbedingungen, um das Versorgungssystem entsprechend weiterzuentwickeln.

Welche Bedeutung hat Künstlicher Intelligenz (KI) für die Neurorehabilitation?

Künstliche Intelligenz ist ein breites Feld möglicher Methoden. Die Möglichkeiten von KI entwickeln sich rasant und werden innerhalb weniger Jahre alle gesellschaftlichen Bereiche massiv beeinflussen und transformieren. Auf dem Kongress wird zum Beispiel künstliche Intelligenz beim Einsatz in der Sprachtherapie thematisiert. Ein anderer Vortrag wird über sehr moderne Forschung berichten, wie durch Hirnaktivität und vermittelt durch künstliche Intelligenz Exoskelette gesteuert und für Bewegungen genutzt werden können. Insgesamt kann man aber sagen, dass künstliche Intelligenz noch nicht sehr im klinischen Alltag in der Neurorehabilitation angekommen ist, was sich aber in den nächsten Jahren massiv ändern wird. Insofern ist es wichtig, diese Thematik in den Blick zu nehmen.

(gekürztes Interview, mit freundlicher Genehmigung von Conventus Jena)

Mehr Informationen unter www.d-a-ch-tagung.de