Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
Klicken Sie hier, um diese Seite bei Facebook empfehlen zu können. Bereits beim Anklicken werden Daten zu Facebook übertragen.
Kontrastansicht
On Off
Leichte Sprache

Fixkostendegressionsabschlag - BDH: Klares „Nein“ zur neuen Abrechnungsregelung

11.08.2018

Hessisch Oldendorf. Der vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegte Entwurf zum Fixkostendegressionsabschlag bedroht die Qualität der Behandlung von Patienten mit Schlaganfall und ähnlichen Krankheiten. In einer gemeinsamen Podiumsdiskussion legten Vertreter der Fachverbände und Mediziner die Wirkungen für Krankenhäuser und Patienten dar.

Fixkostendegressionsabschlag  - BDH: Klares „Nein“ zur neuen Abrechnungsregelung
Die Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. und der Bundesverband NeuroRehabilitation BNR) e.V. organisierten am 7.8.2018 gemeinsam mit Vertretern der Sozialverbände und Patientenorganisationen eine Podiumsdiskussion, um die Probleme des Fixkostendegressionsabschlags für die Krankenhauslandschaft zu diskutieren. Auch Vertreter der Politik, der Krankenhausgesellschaft und Wissenschaft nahmen an der Veranstaltung in der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf teil. Diskutanten waren die Bundestagsabgeordnete Dr. Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen), Marten Bielefeld (Niedersächsische Krankenhausgesellschaft), Christina Habich (Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe), Ilse Müller, Luitgard Lemmer (beide BDH Bundesverband Rehabilitation), Prof. Dr. Claus Wallesch (BNR) sowie Prof. Dr. Jens Rollnik und Uwe Janosch (BDH-Klinik Hessisch Oldendorf).

Die Diskussion wies von Beginn an auf erhebliche Strukturdefizite in der Krankenhausfinanzierung hin. So hätten sich seit der Einführung der Fallpauschalen (DRG) die Krankenhäuser zu „Lazaretten oder Spezialinterventionalisten“ entwickelt, so Prof. Wallesch in seinem Referat. Das heißt, dass Krankenhäuser zum wirtschaftlichen Überleben gezwungen sind, besonders lukrative Behandlungsmethoden anzubieten und die Dauer des Krankenhausaufenthalts möglichst zu verkürzen. Namentlich geschieht dies nicht selten bei der Implantation von künstlichen Hüften, Knien, Wirbelsäulenoperationen und Herzkatheter-Untersuchungen. Diese Operationen werden in Deutschland wesentlich häufiger als in anderen europäischen Ländern durchgeführt. Einen positiven Einfluss auf die Gesundheit im Ländervergleich hat diese Praxis nicht.

Diesem medizinischen Unfug wollte der Gesetzgeber begegnen und führte 2017 den Fixkostendegressionsabschlag (FDA) für sogenannte „mengenanfällige Leistungen“ ein – die vorgenannten Operationen also. Dies bedeutet, dass die Krankenhäuser bei Mengensteigerungen für drei Jahre einen Rechnungsabschlag von 35% hinnehmen müssen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung („Selbstverwaltung“) sollte parallel definieren, für welche nach Fallpauschalen (DRG) abgerechneten Behandlungen diese Regelung nicht gelten soll. Herausgekommen sind die Fallpauschalen für die Behandlung von Schwerbrandverletzten, Polytrauma-Patienten, Organtransplantationen, Frühgeborene Kinder und DRGs, die mehr als Zweidrittel Materialkosten enthalten. Hierbei handelt es sich um Krankheiten, die unvorhergesehen auftreten können.

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

Facebook

BDH Bundesverband Rehabilitation • Lievelingsweg 125 • 53119 Bonn • Tel. 02 28 / 9 69 84 - 0
ImpressumDatenschutz

Facebook

BDH Bundesverband Rehabilitation
Lievelingsweg 125
53119 Bonn
Tel. 02 28 / 9 69 84 - 0
ImpressumDatenschutz