28. Mai 2026
Auch nach mehr als 25 Jahren im Rettungsdienst ergibt sich für Siegfried Buser, Oberarzt Medizincontrolling, Leitung Patientenaufnahme, BDH-Klinik Elzach immer das gleiche Bild: Ein passender und korrekt getragener Helm reduziert das Risiko für schwere Verletzungen signifikant.

Im Rettungsalltag sind vor allem ältere Radfahrerinnen und Radfahrer betroffen. Häufig passieren die Unfälle auf kurzen Strecken, zum Beispiel auf dem Weg zum nahegelegenen Einkaufszentrum. So auch bei einer 63-jährigen Elztälerin, die sich just an diesem Tag ein solches Gefährt gekauft hatte. Die erste Probefahrt, direkt vor der eigenen Haustür, endete nach etwa 200 Meter ohne Helm (!!!) an der schwer überwindbaren Bordsteinkante des Gehweges mit einer Fraktur der unteren Extremität. Nach der Basisversorgung und dem Stillen des Schmerzes meinte die Patientin selbstkritisch: „Es sch halt scho länger her, dass ich Roller gefahren bin, ich glaub ich war so 5 oder 6.“ Dem konnte nichts hinzugefügt werden.
Phasenweise konnten wir in der Vergangenheit eine ganze Station mit Radlern belegen, die meisten davon ohne Helm. Bei einem Aufprall ist der Unterschied mit oder ohne Helm (sofern richtig getragen und in der passenden Größe) erschreckend groß, wie Beispiele nur eines Tages belegen, die von den umliegenden Intensivstationen zur Übernahme in Elzach angemeldet wurden:
Aber auch, wenn Stürze glimpflich verlaufen oder zu einfachen Frakturen (Handgelenk, Unterarm, Schlüsselbein, Hüfte ...) führen, setzen sie Betroffene mehrere Wochen außer Gefecht. Das Wichtigste ist und bleibt jedoch bei jeder Tour, bei jedem Ausflug, bei jedem Kurztripp zum Einkaufen, bei jedem Wetter und bei jeder Frisur das Tragen von Fahrradhelmen. Für diese Entscheidung sollte es nicht erst einen Sturz brauchen.
Wenn eine Melone ungeschützt aus anderthalb Metern Höhe fällt, zerbricht sie. Legt man die Melone in einen ausrangierten Fahrradhelm und lässt sie, richtig befestigt, aus der gleichen Höhe fallen, bleibt sie unbeschädigt. Diesen Vergleich verwende ich gerne nach glimpflich verlaufenen Notarzteinsätzen. Zu diesem Zeitpunkt sitzt der Schock nach dem unbehelmten Sturz noch tief, und der Melonentest entfaltet somit seine Wirkung. Die meisten entscheiden sich danach für einen Helm.
