03. Juni 2026
„I SAVE MY BRAIN“ – unter diesem Motto ist Hans-Peter Durst unterwegs: als leidenschaftlicher Radfahrer, der behinderungsbedingt auf drei Rädern fährt.
Fotograf: Ulrich Schröder
„Mein, ja unser aller Kopf ist nicht nur sehr empfindlich sondern vor allem wirklich schützenswert – mit einem gut sitzenden Helm können wir unseren Kopf ganz einfach rundum sicher schützen“, sagt der ehemalige deutscher Paracycler. Seit 1994 ist er durch einen Verkehrsunfall selbst schädel-hirn-verletzt, weiß also, was es bedeutet, wenn das Hirn nicht mehr wie gewohnt das Kommando gibt.
Viele Monate neurologische Reha verbrachte er in der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf, dort stieg er auch das erste Mal auf ein Dreirad: „Enorme Geduld von Medizinern und Therapeuten mit mir als ungeduldigem Patienten haben mich bis auf einige Defizite wieder selbstbestimmt in die Spur gebracht – nur die Balance im Hirn klappt nicht mehr korrekt“. So fährt Hans-Peter Durst nun seit 30 Jahren auf drei Rädern, förmlich in und um die ganze Welt, als Radsportler mit Behinderungen. Aber immer aus Überzeugung mit Helm.
Mit 64 Jahren beendete der Ausnahmeathlet seine aktive Karriere im Para-Radsport. Der Dortmunder hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Zwei Goldmedaillen und einmal Silber bei den Paralympischen Spielen, 20-facher deutscher Meister und neunmal Weltmeister auf dem Dreirad.

Fotograf: Roland Weihrauch
Heute engagiert sich das BDH-Mitglied als Trainer, Inklusionsbeauftragter der Stadt Dortmund, Botschafter der Stiftung „savemybrain“ und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
„Die Erfahrungen als Schädel-Hirn-Trauma-Patient gebe ich gerne weiter in Schulklassen, in Sportvereinen, in Rehakliniken – auch als Botschafter von savemybrain. Helmtragen ist dabei immer im Zentrum der Motivation, oft verspielt mit unseren Dummy-Helm-Tests. Ein Ei oder eine Wassermelone helfen dabei sehr anschaulich, interaktiv und mit hohem Spaßfaktor.“
Diese Aktivitäten sind ihm eine Herzensangelegenheit geworden, Aufklärung und Prävention, Beratung und Mut machen – Helmtragen ist eben Kopfsache. Gemeinsam mit vielen besonderen Menschen möchte er freudorientiert deutlich mehr Transparenz und Wissen zum Thema „Kopfverletzungen vermeiden" in die Welt tragen, „damit unsere Leidenschaft Fahrrad/Roller/Scooterfahren nachhaltig ohne Leiden bleibt."