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Kooperation von BDH und Caritas: Spatenstich zur Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschäden in Fulda

20.11.2018

Wie kommen Ideen an ihr Ziel? Wie kommen wir voran in den Dingen, die wichtig sind? Indem wir die Realität unseren Idealen anpassen und nicht umgekehrt. Dafür braucht es eine Vision, die richtigen Partner - und vor allem einen langen Atem.

Kooperation von BDH und Caritas: Spatenstich zur Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschäden in Fulda

Das wurde auch beim Festakt mit symbolischen Spatenstich für die Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenem Hirnschaden deutlich. Bei strahlendem Herbstwetter konnten die Räume der Fuldaer Caritas-Werkstatt in der St. Vinzenz-Straße den Ansturm derer kaum fassen, die dabei sein wollten, als das Projekt der Tagesförderstätte seiner Realisierung einen weiteren großen Schritt näher kam.

Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Ansgar Erb, Mitglied des Vorstandes skizzierten in ihrer Begrüßung die Grundkonzeption und vor allem den Bedarf. Denn gesät sind deutschlandweit adäquate Angebote für hirnverletzte junge Menschen, die noch nicht wieder am Arbeitsleben teilnehmen können, vor allem im Bereich der Tagesstrukturierung, aber auch der Teilhabe an Bildung und Arbeit. Zu Recht sprach deshalb Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär des hessischen Sozialministeriums in seinem Grußwort von einem „Leuchtturmprojekt“ – nicht nur für Hessen, sondern für ganz Deutschland.

Hilfe und Strukturierung zur Bewältigung des Alltags mit individueller Förderung und einer Entlastung der Angehörigen zu verbinden ist ein innovatives Konzept mit hoher Strahlkraft, auf das Caritas und BDH als Partner stolz sein können; das wurde auch in den Beiträgen von Prof. Dr. Gerhard Stanke, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Dr. Andreas Jürgens, Erster Beigeordneter des Landeswohlfahrtverbandes, deutlich.

Am Anfang aber stand eine Begegnung. Ines Bauer gab sich mit den unzureichenden Angeboten, die es für ihren betroffenen Sohn Johannes gab, der ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, nie zufrieden, gründete eine Selbsthilfegruppe und war auf den BDH zugekommen. Das griff die BDH-Bundesvorsitzende Ilse Müller in Ihrer Ansprache auf: „Und auch im 21. Jahrhundert sehen wir, dass es keine institutionelle Betroffenheit gibt, sondern die persönliche Betroffenheit, dass persönliche Erleben, der Kampf, den Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen führen, die entscheidenden Anstöße geben müssen.“ Der BDH wird das gemeinsame Projekt mit seiner neurologischen und neuropsychologischen Expertise begleiten, wie auch Hermann Auth, Vorsitzender des BDH-Kreisverbands Fulda, und Projektkoordinator für den des BDH vor Ort, den Anwesenden erläutert hatte.

Der Caritas-Aufsichtsratsvorsitzende Monsignore Elmar Gurk weihte das Grundstück. Dann ging es hinaus in die Sonne, die vorher ein Musikstück von Werner Neubauer (Mundharmonika) und Harald Kirchner (Akkordeon) vom Taubblindenheim und ein szenisches Spiel der Kinder der benachbarten Kindertagesstätte in die Herzen der Besucher gebracht hatten. Dort erfolgte der feierliche Spatenstich.
 

Um zu bewegen, müssen wir uns bewegen lassen!

"Mit einem Spatenstich bewegen wir etwas Erde als Symbol. Ein gutes Symbol, denn hier geht es in der Tat darum, etwas zu bewegen.
Was wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern vom Caritasverband der Diözese Fulda bewegen? Wir wollen nichts weniger, als den Blick auf Menschen mit Behinderung verändern. Aber dazu müssen wir uns selbst bewegen lassen.
Das ist der Kern der Revolution des deutschen Rehabilitationsrechts wie er im SGB 9 festgehalten wurde: Oder noch einfacher: Behinderung ist nicht mehr das Problem der Menschen mit Behinderung. Es ist mein Problem, es ist ihr Problem, es ist unser Problem.
Nur so können wir die historische Änderung von Artikel 3, Absatz 3 unseres Grundgesetzes aus dem Jahr 1994 im Bereich der Rehabilitation umsetzen. Damals hat man einen ganz schlichten Satz in das Grundgesetz neu aufgenommen. Er lautet: “Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden”. Alles, was in den letzten Jahren erreicht wurde - von der Verabschiedung so wichtiger Gesetze wie dem SGB IX, dem Behindertengleichstellungsgesetz, dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz bis hin zur Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention – hat diesen kleinen Satz zum Ausgangspunkt.
24 Jahre sind seither vergangen. 24 Jahre. Auch heute noch fallen Menschen mit erworbenen Hirnschäden nach einer Rehabilitationsmaßnahme noch oft durch alle Raster. Aus diesem Grund kam Ines Bauer als Mutter eines Betroffenen auf unseren BDH-Kreisverband Fulda zu. Und auch im 21. Jahrhundert sehen wir, dass es keine institutionelle Betroffenheit gibt, sondern die persönliche Betroffenheit, dass persönliche Erleben, der Kampf, den Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen führen, die entscheidenden Anstöße geben müssen.
Der Rest der Geschichte ist oft erzählt worden. Heute wollen wir sie gemeinsam weiter fortschreiben."

Ilse Müller, BDH-Bundesvorsitzende, in Ihrer Ansprache

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der bietet BDH soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

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