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Pflegenotstand erfordert umfassende Strategie

22.05.2018

Der BDH Bundesverband Rehabilitation e.V. begrüßt die ersten Maßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen den Pflegenotstand in Deutschland. Verbandsvorsitzende Ilse Müller rät allerdings zu weiteren Schritten, um die Attraktivität des Pflegeberufs zu verbessern und jungen Menschen Perspektiven in der Branche zu eröffnen:

Pflegenotstand erfordert umfassende Strategie

„Die unübersehbaren Probleme in der Pflege haben sich offenbar im politischen Berlin herumgesprochen. Die zusätzlichen 8.000 Stellen für neue Pflegekräfte sind vor dem Hintergrund des immensen Personalmangels allerdings auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zudem bleibt nach wie vor unklar, woher die Mitarbeiter angesichts der Arbeitsmarktlage kommen sollen. Die Beschäftigten der Pflegebranche fahren auf Verschleiß, steigende Krankenquoten und der Trend zur Arbeitszeitverkürzung unterstreichen diese für die Pflegequalität gefährliche Diagnose. Es ist aus unserer Sicht richtig, monetäre Anreize zu setzen, um die Jobs interessanter zu machen. Allerdings übertüncht die vorgeschlagene Beschäftigungsprämie die grundsätzlichen Probleme des Pflegealltags. Hier herrschen Zeitdruck, physische und psychische Überlastung. Die Dinge müssen sich von Grund auf ändern, um Menschen für die Pflege zu begeistern. Grundsätzlich raten wir zu einer Abkehr von der Generalistik und einer wesentlich differenzierteren Ausbildungsstruktur in der Pflege, die auch einen akademischen Masterstudiengang mit einschließen sollte. Die Pflege sollte Karrierechancen eröffnen, um mit anderen Berufszweigen konkurrieren zu können.“
 

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der BDH bietet soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

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