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Gut beraten ist halb entlastet

22. Juli 2026

Welche Pflege- und Unterstützungsangebote passen zur individuellen Situation? Wir zeigen wichtige Beratungsstellen, digitale Anlaufpunkte und mögliche Betreuungsformen auf.

3 Erwachsene Personen sitzen am Tisch

Pflegeberatung ist gesetzlich geregelt, denn nach § 7a SGB XI steht jeder pflegebedürftigen Person in Deutschland eine individuelle Pflegeberatung durch die Pflegekassen zu. Die Pflegeberatung zielt darauf ab, Personen, die Unterstützung benötigen, die passenden Hilfs- und Pflegeleistungen zukommen zu lassen. Kranken- und Pflegekassen sind außerdem verpflichtet kostenlose Beratung anzubieten.

Für die Pflegeberatung gibt es verschiedene Anlaufstellen. Allgemein finden sich diese bei Sozialdiensten und Krankenhäusern, aber auch bei kirchlichen Trägern.

In vielen Bundesländern werden darüber hinaus Pflegestützpunkte angeboten, welche meist auf Initiative des Bundeslandes oder der Kommune durch die Kranken- oder Pflegekassen eingerichtet sind. Hilfesuchende, die selbst pflegebedürftig sind oder jemanden Pflegebedürftigen betreuen, erhalten hier Informationen, Antragsformulare und konkrete Hilfestellungen.

Ein weiterer Ansprechpartner können die Wohnberatungsstellen sein, welche in allen Fragen rund um Wohnen, Wohnungsumbau, Umzug und barrierefreie Anpassungen der Wohnung beraten können. Dabei werden Finanzierung, Handwerkerleistungen, Unterstützungen und Hilfe durch die Behörden vermittelt.

Auch lokale Online-Wegweiser können eine Hilfestellung bei der Pflegesuche darstellen. Oftmals haben diese eigene Suchmaschinen, auf denen individuell nach den passenden Begrifflichkeiten im nahen Umkreis gesucht werden kann. Gute erste Online-Anlaufstellen können sein:

  • www.familienratgeber.de, ein Informationsportal für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige, oder
  • www.betanet.de, ein Portal für psychosoziale und sozialrechtliche Informationen im Gesundheitssystem.

Wenn es sich um sozialrechtliche Fragen handelt, berät der BDH gerne in den regelmäßig stattfindenden Sozialrechtssprechstunden. Hier finden unsere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auch für Ihre Region:

Haben Sie schon einmal über eine 24-Stunden-Betreuung nachgedacht? 

Es könnte eine Alternative zu einem Wohnheim oder Ähnlichem sein. Diese kann adäquate Betreuung ermöglichen und Sie als Angehörige zu Hause entlasten. Hierzu können Sie sich mit Vermittlungsagenturen in Verbindung setzen, welche dann eine geeignete Betreuungskraft finden können. Beachten Sie jedoch, dass die jeweiligen Agenturen zu unterschiedlich hoher Seriosität neigen. Auch wenn prominent Werbung gemacht wird, ist Vorsicht geboten. Es sollte sich zuvor über rechtliche Regelungen informiert werden. Bei dieser Art von Betreuung gibt es sowohl Vorteile, wie den Erhalt der vertrauten Umgebung und geringer Personalwechsel, als auch Nachteile, wie eine erhebliche Abhängigkeit von der Pflegeperson (Ausfälle bei Krankheit/Urlaub) und verhältnismäßig hohe Kosten.

Oft kann durch eine häusliche Unterstützung ein freierer Lebensstandard ermöglicht werden, es muss jedoch gut abgewogen werden, ob diese Art der Betreuung angemessen für den gesundheitlichen Zustand der betroffenen Person ist.