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Richtfest der Tagesförderstätte in Fulda

05.07.2019

Bei der Umsetzung einer Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenem Hirnschaden am Fuldaer Neuenberg, in der 20 Menschen betreut werden können, kooperieren der Caritas-Verband der Diözese Fulda und der BDH Bundesverband Rehabilitation eng miteinander. Mit dem jetzt feierlich begangenen Richtfest rückt das Ziel ein weiteres, großes Stück näher.

Richtfest der Tagesförderstätte in Fulda

 Rehabilitation nach einer erworbenen Hirnschädigung ist anspruchsvoll, kann aber auch viel an Teilhabe erreichen. Für viele Betroffene, die noch nicht wieder am Arbeitsleben teilnehmen könne, mangelt es aber an weiterführenden Angeboten, gerade auch, wenn es um berufliche Reintegration geht. Für sie ist das Angebot einer Tagesförderung essentiell. Wie können die Betroffenen weiter gefördert werden, ihren Tag sinnvoll und strukturiert gestalten, an Bildung, an arbeitsbezogenen Maßnahmen und an der Gemeinschaft teilhaben? Hier sahen die Caritas Berufswege Fulda und der BDH Bundesverband für Rehabilitation (BDH), dessen Kreisverband Fulda vor Ort eng in die Planung und die konzeptuellen Vorarbeiten eingebunden waren, einen überregionalen Bedarf für eine Tagesförderstätte. In der Tat sind derartige Angebote nicht nur in Hessen so rar gesät, dass Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel vom Hessisches Ministerium für Soziales und Integration das Vorhaben als „Leuchturmprojekt“ für das Land Hessen bezeichnete. 

Gemeinsames Konzept von Caritas und BDH zur individuellen Förderung

Gemeinsam erarbeiteten Caritas Berufswege und der BDH ein Konzept zur individuellen Förderung Betroffenen, das die Verbesserung der Hirnleistung, die Stabilisierung der Funktionen des zentralen Nervensystems, Selbstversorgung, Selbstregulation und Selbstkontrolle mit dem Ziel der Entlastung des familiären Umfeldes verbindet.
Beim Richtfest bekannte sich Diözesan-Caritas-Direktor Dr. Markus Juch nachdrücklich zu diesem Pionierprojekt: „Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen – sei es durch Unfall oder Schlaganfall – sowie ihre Angehörigen standen bisher meist alleine da, wenn die medizinische Rehabilitation abgeschlossen war. Trotz ihrer Behinderungen passten die Betroffenen – was die weitere Hilfe anging – weder in die Schemata der Menschen mit Behinderung noch der psychisch kranken Menschen. Die Caritas Fulda und ihre Behindertenhilfe habe diese Lücke erkannt und ihre Werkstätten als Rehabilitationseinrichtungen für Menschen mit erworbenen Hirnschäden anerkennen lassen. Um die betroffenen Menschen aber auch ganzheitlich betreuen und rehabilitieren zu können, entstand die Idee einer Tagesförderstätte, die eine wichtige Lücke im Angebot der Caritas-Behindertenhilfe schließt und für den neuen Personenkreis Förderung und Teilhabe ermöglichen wird.“

Teilhabe als Geben individueller Gestaltung

Die BDH-Bundesvorsitzende Ilse Müller nahm direkt auf den vollzogenen Bauabschnitt Bezug: „Bei einem Richtfest freuen wir uns darüber, dass etwas errichtet, aufgerichtet wird, ein Dachstuhl, ein Gebäude. Und Sie alle, die dieses Projekt projektiert, geplant, begleitet, gefördert und bis zu diesem Punkt realisiert haben, wissen: auch wir Menschen müssen gelegentlich aufgerichtet werden. 

Nicht nur Inklusion, sondern auch Teilhabe funktioniere nur gemeinsam, zusammen mit den betroffenen Menschen: „Teilhabe ist keine Karussellfahrt, die irgendwann abgeschlossen ist, sondern sie ist ein Prozess, und natürlich auch ein gesellschaftlicher Prozess, der immer wieder neu ausgerichtet und auch aufgerichtet werden muss. Von wem? Von uns allen! Und sehen Sie, was hier entsteht, betrifft eben auch nicht nur die Menschen, die in diesem Gebäude das bekommen werden, was ihnen zusteht, es betrifft ebenfalls uns alle. Teilhabe wird nicht funktionieren, wenn wir politische Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse nicht als Prozesse der Teilhabe gestalten. Konkret ist Teilhabe eben nicht nur ein Teilhaben an Prozessen, sondern auch ein Geben von individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Diese Möglichkeiten umfassen die ganze Fülle des Lebens, auch und besonders seine emotionalen und sozialen Seiten. Noch einmal: Es geht also um uns alle, um individuelle Lebensentwürfe, die uns allen zustehen, um Lebensqualität und Selbstbestimmung von Menschen ohne und mit Behinderung. Es geht um Würde.“

Bilder: Winfried Möller

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der bietet BDH soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

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