04. September 2026
Jubiläumsaktion der Manfred-Sauer-Stiftung mit der BDH-Klinik Greifswald zum Thema „Gesunde Ernährung“ bei Querschnittlähmung – Mit dem richtigen Frühstück in den Tag starten.

Anlässlich des World SCI Day 2026 (Welttag der Rückenmarksverletzung) am 5. September 2026 machen das Querschnittgelähmten-Zentrum der BDH-Klinik Greifswald und die Manfred-Sauer-Stiftung mit einer gemeinsamen Aktion auf die Lebensrealitäten von Menschen mit Querschnittlähmung aufmerksam.
Deutschlandweit sind etwa 140.000 Menschen betroffen. Was man in der Öffentlichkeit sieht, ist, dass sie ihren Alltag im Rollstuhl bewältigen. Aber viele unsichtbare Herausforderungen gehören auch dazu: „Die Rehabilitation im Querschnittgelähmten-Zentrum der BDH-Klinik Greifswald zielt darauf, eine Vielzahl an Aktivitäten des täglichen Lebens wieder neu zu erlernen“, betont Torsten Stein, Chefarzt der BDH-Klinik Greifswald.
Jana Bremer, ausgebildete Expertin für Menschen mit neurogenen Darmfunktionsstörungen, weist darauf hin, dass die Darmgesundheit eine besondere Rolle spielt. „Es wird selbst in der Rehabilitation oftmals noch gerade am Anfang unterschätzt, wie viel Einfluss die richtige Ernährung auf die Lebensqualität der Betroffenen hat“, führt sie weiter aus.
Eine angepasste Ernährung und ein regelmäßiges Darmmanagement bei einer Darmlähmung muss von Betroffenen nach dem dramatischen Ereignis völlig neu erlernt werden. Beides ist zentral, um zu Hause, in Beruf und Freizeit überhaupt zurechtzukommen. Da die Darmlähmung lebenslang Veränderung mit sich bringt, sind betroffene Menschen auch lebenslang auf Unterstützung angewiesen. Die mit der Querschnittlähmung verbundene Darmlähmung bis hin zu unkontrollierten Stuhlabgängen führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und der sozialen Teilhabe. Beratung und Hilfe bietet das Querschnittgelähmten-Zentrum der BDH-Klinik mit seiner Beratungsstelle für Darmmanagement und Sexualität seit 2015.
„Weil wir wissen, wie wichtig es für unsere Patientinnen und Patienten ist, bauen wir unser Engagement in der Ernährungsmedizin weiter aus. Prinzipiell gewinnt in der modernen Gesundheitsversorgung die Ernährungsmedizin rasant an Bedeutung in Prävention, Linderung und Heilung chronischer Erkrankungen“, so Torsten Stein. Eine ärztliche Kollegin des Querschnitt-Zentrums wird derzeit zur Ernährungsmedizinerin weitergebildet und unterstützt bereits dieses Anliegen. Instrument für evidenzbasierte Behandlung sind kalorimetrische Messungen zur Bestimmung des Energiebedarfs und -verbrauchs je nach Aktivitätslevel der Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, um evidenter jeden einzelnen betroffenen Menschen in seiner ganz speziellen Lebenssituation beraten zu können.
In ihrem Engagement für mehr Lebensqualität von Menschen mit Querschnittlähmung weiß die BDH-Klinik die Manfred-Sauer-Stiftung seit langem an ihrer Seite. Die Stiftung engagiert sich seit 25 Jahren für Menschen mit Querschnittlähmung unter dem Motto Impulse für bewusstes Leben. So hat das Querschnittgelähmten-Zentrum in Greifswald einen Rollstuhlparcours erhalten, um die Mobilität der Menschen mit Querschnittlähmung zu verbessern. Das Beratungszentrum der Stiftung zeichnet sich neben Beratungen von Betroffenen auch in den Bereichen der Ernährung und Verdauung bei Querschnittlähmung durch Vorträge, Workshops, Symposien, Publikationen aus.
Im Jahr des 25-jährigen Bestehens der Stiftung startet sie mit der BDH-Klinik Greifswald anlässlich des diesjährigen Internationalen Tag der Querschnittlähmung (SCI-Day) eine gemeinsame Info-Aktion, um das unterbelichtete Thema der ausgewogenen Ernährung stärker in den Fokus zu holen, insbesondere das Frühstück als Grundlage für einen guten Start in den Tag und für eine gesunde Verdauung.
Für Manfred Sauer, den Gründer der Manfred-Sauer-Stiftung, war die Ernährung immer ein sehr zentrales Anliegen, das zur Gesunderhaltung und besonders zu einer guten Verdauung beiträgt. Er sagte: „Ergänzend mit einem guten Darmmanagement trägt dies zu einem selbstbestimmten Leben mit bei und ist ein wichtiger Baustein für mehr Lebensqualität.“