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Zeit ist Hirn!

11.02.2022

Was beim Schlaganfall zählt, ist die schnelle Erste Hilfe! In Deutschland erleiden jährlich rund 260.000 Menschen an einem Schlaganfall – das entspricht der Einwohnerzahl von Großstädten wie Mönchengladbach oder Wiesbaden. Die Folgen sind oft gravierend: Der Schlaganfall ist hierzulande der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter und nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Eine entschlossene Erste Hilfe ist deshalb entscheidend und kann die optimale medizinische Versorgung einleiten, heute meist auf Spezialstationen für Schlaganfallpatienten, den Stroke Units.

Zeit ist Hirn!

Im internationalen Vergleich haben wir in Deutschland heute mit regionalen und überregionalen Stroke-Units eine medizinische Schlaganfallversorgung auf hohem medizinischem Niveau.

Der Neurologe Prof. Dr. med. Jens D. Rollnik, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Neurologischen Zentrums mit Intensivmedizin, Stroke Unit und phasenübergreifender Rehabilitation in Hessisch Oldendorf, erläutert: „Eine Stroke Unit hat alle apparativen und personellen Voraussetzungen, um die lebensnotwendigen Funktionen der Betroffenen rund um die Uhr zu überwachen. Ein erfahrenes Team von Neurologen, Kardiologen sowie Radiologen kümmert sich hier gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit und Absprache mit der Gefäß- und Neurochirurgie in den ersten Stunden und Tagen um die Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten.

Nicht mit Erster Hilfe zögern

Voraussetzung für gute Behandlungserfolge ist aber, dass der Notfall im persönlichen Umfeld möglichst frühzeitig erkannt und Rettungskräfte unverzüglich angefordert werden. Das ist nicht immer leicht für Laien.

Wie erkennt man einen Schlaganfall?

BDH-Schlaganfallexperte Prof. Rollnik rät, auf Anzeichen von Lähmung des Gesichts, der Arme oder einer ganzen Körperhälfte, auf einseitig reduzierte Griffstärke sowie Probleme beim Sprechen zu achten. Sein Appell: „Zögern Sie nicht, den Notruf 112 zu rufen! Äußern Sie Ihren Verdacht auf einen Schlaganfall und lassen Sie den Betroffenen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte nicht allein. Er braucht jetzt Beruhigung, möglichst Abschirmung und das Signal, dass Hilfe unterwegs ist“.

4 Experten-Tipps: Was kann man vor Ort tun?

Wichtige Hilfen nach einem akuten Schlaganfall sind außerdem, so Prof. Rollnik:

• deutliches Ansprechen und vorsichtiges Anfassen, um das Bewusstsein zu prüfen
• Hochlagern des Oberkörpers bei Bewusstsein, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage auf die gelähmte Seite
• den Betroffenen zudecken und Atmung erleichtern durch Lockern beengender Kleidung und ggf. Öffnen des Fensters
• Überwachen von Puls und Atmung, ggf. Beginn mit Wiederbelebungsmaßnahmen

Zum europaweiten Tag des Notrufs 112 betont Prof. Rollnik: “Gelingt es, den Patienten frühzeitig in die Klinik zu transportieren, können wir heute aufgrund moderner Schlaganfallstationen und Therapien häufig das Schlimmste verhindern, nahtlos vor Ort in eine frühe Rehabilitation überleiten und dem Patienten auf diese Weise bestmögliche Gesundheitschancen offenhalten. Aber nur mit dem Notruf 112 und den Teams dahinter können wir diese Chancen auch reell nutzen!“

Fach-Kontakt:
Prof. Dr. med. Jens D. Rollnik
BDH-Klinik Hessisch Oldendorf
Neurologisches Zentrum mit Intensivmedizin, Stroke Unit und phasenübergreifender Rehabilitation
Telefon: 0 51 52 / 7 81 - 0
E-Mail: aerztl_dienst@bdh-klinik-hessisch-oldendorf.de

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der BDH bietet soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

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BDH Bundesverband Rehabilitation • Lievelingsweg 125 • 53119 Bonn • Tel. 02 28 / 9 69 84 - 0 • E-Mail schreiben
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