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Corona-Impfung

Können wir uns durch eine Impfung vor einer SARS-CoV-2-Infektion und einer Corona-Virus-Erkrankung (COVID-19) schützen?

Fragen und Antworten rund um die Coronavirus-Impfung

 
 

Prof. Dr. Thomas Platz, Institut für Neurorehabilitation und Evidenzbasierung (An-Institut der Universität Greifswald), BDH-Klinik Greifswald

 
 

Die größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands ist angelaufen. Noch nie spaltete eine Diskussion um eine Impfung eine Gesellschaft so sehr wie heute. Und noch nie wurde über dieses Thema so kontrovers debattiert wie im Moment. Wissenschaftlich und dennoch leicht verständlich gibt Prof. Dr. med. Thomas Platz, Ärztlicher Direktor Forschung im BDH Bundesverband Rehabilitation und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) Antworten auf Fragen, die uns derzeit alle bewegen. Stand: 22.3.2021

Coronaviren vom Typ SARS-CoV-2 bescheren uns derzeit eine schwere Pandemie mit der Corona-Virus-Erkrankung COVID-19. Weltweit haben sich inzwischen 121,5 Millionen Menschen nachweislich infiziert, in Deutschland ca. 2,6 Millionen und es starben mit oder an COVID-19 weltweit mehr als 2,6 Millionen Menschen, in Deutschland mehr als 74 Tausend (Stand 19.03.2021). Die Zahlen nehmen weiterhin täglich deutlich zu. Die COVID-19-Erkrankung trifft ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen besonders hart. Die Behandlung schwerer Verläufe stellt die Intensivmedizin vor große Herausforderungen, nicht selten wird der Kampf um jedes einzelne Menschenleben verloren und es ist der Tod eines weiteren Mitmenschen zu beklagen.

Dagegen hilft nur eine umfangreiche Präventions-(Vorsorge-)Strategie. Schon die AHA-Regel ist ein wirksames Mittel, um sich gegen das Coronavirus zu schützen: Abstand einhalten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen (insbesondere medizinischer Mund-Nase-Schutz oder „FFP2“-Masken). Dazu kommt die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Auch sie trägt sie zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei, indem sie dabei hilft, Infektionsketten zu durchbrechen. Ergänzt werden diese Grundregeln durch die vielen Maßnahmen, die von der Politik beschlossen werden, um die SARS-CoV-2-Verbreitung zu minimieren.

Neben all diesen wichtigen Maßnahmen ist ein zweiter wichtiger Baustein der Vorsorge (Prävention) die Entwicklung und Umsetzung einer Impfstrategie. Es sollen möglichst viele Bürger*innen gegen SARS-CoV-2 geimpft werden, damit jede/r einzelne vor COVID-19 geschützt werden kann, aber auch damit die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Viren, die ja bei einer Infektion wesentlich verstärkt ist, auch durch den Infektionsschutz nach einer Impfung reduziert und möglichst unterbunden werden kann, wenn die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung geimpft ist. Es gibt also zwei Anliegen der Impfung: 1. der Schutz des einzelnen, und besonders wichtig sind hier die älteren Personen und Personen mit Vorerkrankungen, da für diese die Erkrankung häufiger schwer und sehr schwer verläuft, und 2. die Beherrschung der Pandemie insgesamt und damit eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens. 

Noch sind die Impfmittel knapp und es wird seitens der Politik daran gearbeitet, zeitnah möglichst für die gesamte Bevölkerung Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist jedoch auch, dass Impfbereitschaft besteht, um für alle einen möglichst guten Schutz vor COVID-19 zu erlangen und mittelfristig auch dadurch wieder eine Normalisierung des sozialen Lebens zu erreichen.

Natürlich ist die Impfung zum Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion für alle „Neuland“ und daher sollen hier einige grundständige Information zur Impfung gegeben werden.


Präventive (im Rahmen der Infektionsvorsorge gegebene) Impfstoffe

Präventive Impfstoffe regen die körpereigene Immunabwehr spezifisch an, sodass diese im Falle einer Infektion rasch reagieren und SARS-CoV-2-Viren im Körper bekämpfen kann. Damit soll primär vor der von SARS-CoV-2 ausgelösten Infektionskrankheit geschützt werden.

Mit welchen Technologien werden Virus-Impfstoffe im Allgemeinen entwickelt?

Es gibt viele verschiedene Ansätze zur Herstellung von Impfstoffen, die häufig auf sogenannten Plattform-Technologien beruhen. Das Prinzip der Plattform-Technologien basiert auf dem Baukastenprinzip, bei dem gleiche Grundstrukturen und Technologien (Plattformen) verwendet werden und nur die Erreger-spezifische Komponente (Virus oder genetische Information des Virus) ausgetauscht wird. 

Die modernen Plattformen sind sich vermehrende oder vermehrungsunfähige „Vektor-Impfstoffe“, „DNA—Impfstoffe“ und „RNA-Impfstoffe“. Auf Basis all dieser Impfstoff-Plattformen gelang es weltweit Forschungsteams, innerhalb von Monaten verschiedene Impfstoff-Kandidaten gegen COVID-19 zu entwickeln. Einige wurden bereits im Tiermodell und am Menschen erprobt, mehrere in großen klinischen Studien geprüft. Aussagekräftige Ergebnisse großer Studien an Zig-Tausend Menschen führen dann zur Zulassung durch die Behörden.

Vektor-Impfstoffe: Ein abgeschwächtes (attenuiertes) Virus dient als Transportmittel (Vektor) für einen ungefährlichen Teil der Erbinformation von SARS-CoV-2 in wenige Körperzellen.

RNA/DNA-Impfstoffe: Diese Impfstoffe enthalten Teile der Erbinformation des Virus in Form von RNA bzw. DNA, die den Bauplan für ein oder mehrere Viruseiweiße (Proteine) bereitstellen. Nach der Impfung wird die RNA oder DNA von einigen wenigen menschlichen Körperzellen aufgenommen.

In diesen Körperzellen werden die eingeschleuste Erbinformation als Vorlage genutzt, um das oder die Virusproteine (Eiweiße) in der Zelle zu produzieren. Der Körper stellt also ohne Infektion mit dem Virus einen strukturidentischen Bestandteil des Virus selbst her. Da aber nur ein Bestandteil des Virus gebildet wird, ist ausgeschlossen, dass auf diesem Weg komplette vermehrungsfähige Viren entstehen können, die COVID-19, also eine Erkrankung mit dem Virus auslösen könnten. Die neu gebildeten, ungefährlichen „Virus“-Proteine werden als „Antigene“ (fremdartige Eiweiße) bezeichnet. Denn sie aktivieren das körpereigene Immunsystem und erzeugen so die schützende Immunantwort gegen dies fremden, nicht zum Körper gehörenden Eiweiße.

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe und was sind ihre Vorteile?

RNA-Impfstoffe enthalten die Erbinformation in Form von Boten-RNA („messenger RNA, mRNA“), die den Bauplan des Antigens (für ein ungefährliches Virusprotein) umfasst. Diese Erbinformation wird von Körperzellen als Bauplan genutzt, um das spezifische Antigen (ungefährliches Virusprotein) in wenigen Körperzellen selbst zu produzieren. Die Zellen präsentieren dieses Antigen Immunzellen, was die gewünschte spezifische Immunantwort auslöst. Bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SARS-CoV-2 erkennt das Immunsystem das Antigen wieder, da das Virus ja auch dieses Protein als Bestandteil hat, kann darüber das Virus spezifisch erkennen und so die Infektionskrankheit gezielt bekämpfen. Vorteile der mRNA-Impfstoffe sind unter anderem die einfache Struktur der RNA und die Möglichkeit, in wenigen Wochen viele Millionen Impfdosen herzustellen.

Wie hoch ist die Gefahr der Integration von mRNA-Impfstoffen ins Genom (primäre menschliche Erbinformation)?

Es besteht keine Gefahr einer Integration von mRNA in das humane Genom, die primäre menschliche Erbinformation. Beim Menschen befindet sich das Genom in Form von DNA im Zellkern. Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass die von den Körperzellen nach der Impfung aufgenommen mRNA in DNA umgeschrieben wird.

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Die Mutation von Viren ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei verschiedenen Viren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wenn ein Virus mutiert, heißt dies nicht automatisch, dass die genetische Veränderung die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass auch bei den bisher beobachteten Virusmutationen ein Schutz durch die zugelassenen COVID-19-Impfstoffe besteht. Es wäre – wenn erforderlich – auch möglich, den Impfstoff an die Mutation anzupassen, was bereits Gegenstand der Forschung ist.

Wie gut schützen die derzeit entwickelten Impfstoffe vor einer SARS-CoV-2-Infektion und wie gut werden sie vertragen?

Wichtig ist: Alle bisher zugelassenen Impfstoffe haben in den Zulassungsstudien schwere Verläufe und Todesfälle zu fast 100% verhindert. Dieser Parameter ist aus Sicht vieler medizinischen Fachgesellschaften der Wichtigste für den Individualschutz und die entscheidende Maßnahme zum Schutz aller und gegen die Überlastung des Gesundheitssystems.

Die Ergebnisse veröffentlichter großer klinischer Studien seien für die bereits zugelassenen Impfstoffe kurz zusammengefasst:

 
 

Vektor-Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 (COVID-19 Vaccine AstraZeneca®) der Firma AstraZeneca:

Eine am 08.12.2020 veröffentlichte vorläufige Zwischenanalyse präsentierte Daten von 11636 geimpften Erwachsenen aus zwei in Groß Britannien und Brasilien laufenden Studien (von insgesamt 4 laufenden Studien mit zusammen 23848 Teilnehmern), die den Impfstoff oder eine „Kontroll“-Impfung (ohne den Impfstoff) zweimal erhalten hatten. Nur 1418 (12,2%) der bei der Analyse berücksichtigten Geimpften waren älter als 55 Jahre. Primär untersucht wurde, ob nach mehr als 14 Tagen nach der zweiten Impfung weniger (symptomatische, mit einem Labortest bestätigte) COVID-19 Erkrankungen beobachtet werden konnten. Das war der Fall: In der Kontrollgruppe erkrankten 101 (1,7%) der Beteiligten, in der mit dem Impfstoff behandelten nur 30 (0,5%). Das entsprach einer Impfwirksamkeit von 70,4 % (95% Konfidenzintervall 54,8 bis 80,6%). Auch mussten in einem Zeitfenster ab 21 Tagen nach der ersten Impfbehandlung 10 Personen in der Kontrollgruppe wegen COVID-19 in einem Krankenhaus behandelt werden, davon 2 mit schwerem Verlauf (eine der beiden Personen verstarb), aber niemand von den mit dem neuen Impfstoff behandelten Personen. 

Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, und Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Bei einem Studienteilnehmer wurde 14 Tage nach der zweiten Impfung eine Rückenmarksentzündung („Myelitis transversa“) beobachtet, die als möglicherweise in Zusammenhang mit dem Impfstoff beurteilt wurde, aber nicht als Nebenwirkung in die Produktinformation aufgenommen wurde (https://www.pei.de).

Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat am 29. Januar 2021 die Zulassung des Corona-Impfstoffs für Personen ab 18 Jahren empfohlen. Die EU-Kommission erteilte am selben Tag die Zulassung unter dem Namen "COVID-19 Vaccine AstraZeneca". Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch Instituts empfahl den Impfstoff von AstraZeneca Ende Januar zunächst nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Nach der sorgfältigen Prüfung neuer Daten empfiehlt die STIKO nun seit dem 12.03.2021 den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca für Personen ab dem Alter von 18 Jahren ohne obere Altersgrenze.

9 bis 12 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen wird für den Impfstoff von AstraZeneca empfohlen. 

Vorteile des Impfstoffes sind, dass er bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden kann und im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen geringere Impfstoffkosten verursacht.

Neue Erkenntnisse zu möglichen Nebenwirkungen: Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) informiert, dass in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung durch den Impfstoff von AstraZeneca (insgesamt ca. 1,6 Millionen Impfungen) in Deutschland 6-16 Tage nach der Impfung bei 13 Personen sogenannte cerebrale Sinus- und Venenthrombosen (Thrombosen venöser Hirngefäße) beobachtet worden, drei davon mit tödlichem Ausgang (Stand 19.03.2021). Es handelt sich um zwölf Frauen sowie einen Mann im Alter zwischen 20 und 63 Jahren. Selbst wenn die Impfung wesentliche Ursache für die Thrombosen bzw. die Gerinnungsstörung sein sollte, handelte es sich dennoch um eine extrem seltene Nebenwirkung, die durch die Vorteile der Impfung bei weitem aufgewogen wird, so die Fachgesellschaft. 

Als Warnhinweis zur Risikominimierung wird in die Fach- und Gebrauchsinformation aufgenommen, dass in sehr seltenen Fällen spezielle Thrombosen im Zeitraum bis zu 16 Tagen nach Impfung gefunden werden. Aufgrund der positiven Sicherheitsbewertung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat Deutschland die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca ab dem 19.03.2021 wiederaufgenommen.

mRNA-Impfstoff BNT162b2 (Comirnaty®) der Firmen BioNTech und Pfizer:

Am 10.12.2020 wurden die Ergebnisse von 43448 Geimpften (Alter mindestens 16 Jahre) einer multinationalen Studie mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 veröffentlicht. Primär untersucht wurde, ob nach mindestens 7 Tagen nach der zweiten Impfung (mit 21 Tagen Abstand) weniger (symptomatische, mit einem Labortest bestätigte) COVID-19 Erkrankungen beobachtet werden konnten. Das war der Fall: In der mit einem Placebo geimpften Kontrollgruppe erkrankten 162 (0,9%) der Beteiligten, in der mit dem Impfstoff behandelten erkrankten nur 8 Personen (0,04%). Das entsprach einer Impfwirksamkeit von 95,0 % (95% Konfidenzintervall 90,3 bis 97,6%). Auch in verschiedenen Untergruppen (u.a. Frauen/Männer, Altersgruppen) war die Impfwirksamkeit jeweils vergleichbar hoch gegeben. Zwischen der ersten und zweiten Impfdosis lag die Impfwirksamkeit nur bei 52,0 % (95% Konfidenzintervall 29,5 bis 68,4%); ein Schutz konnte in der Impfstoffgruppe bereits ab 12 Tagen nach der ersten Impfdosis festgestellt werden. Die Impfung führte nicht zu einem erhöhten Vorkommen schwerer Nebenwirkungen. Nach der Impfung mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 kam es jedoch häufiger zu lokalen Impfreaktionen, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit von kurzer Dauer.

Am 21.12.2020 hat die Europäischen Kommission den Impfstoff unter dem Namen „Comirnaty“ als COVID-19-Impfstoff (mRNA) zur Verwendung ab einem Lebensalter von 16 Jahren zugelassen.

3-6 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen wird für den Impfstoff von BioNTech empfohlen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat Meldungen zu den ersten 1,9 Millionen Impfungen mit Comirnaty® in den USA ausgewertet und am 06.01.2021 veröffentlicht. Der Impfstoff war dort seit 11.12.2020 zugelassen („Notzulassung“). Insgesamt traten bei den 1,9 Millionen Impfungen 21 Fälle von schweren allergischen Reaktionen, sogenannten Anaphylaxien, auf, äußerten sich häufig innerhalb von 15 Minuten, zum Teil mit Ausschlägen, Nesselsucht, Lippen- oder Zungenschwellung, in einigen Fällen mit Atemnot. 81 Prozent der Betroffenen waren Allergiker, sie hatten auch früher schon auf Tiereiweiße, Nahrungsmittel, andere Impfstoffe oder Medikamente allergisch reagiert. Schweren allergischen Reaktionen sind also bei Impfungen mit Comirnaty® selten, kommen insbesondere bei Allergikern vor.

Impfstoff mRNA-1273 (COVID-19 Vaccine Moderna®) der Firma Moderna:

Die Ergebnisse von 28207 nach Studienprotokoll zweimal mit dem Impfstoff mRNA-1273 oder einer Placebo-Impfung Geimpften (Alter mindestens 18 Jahre) einer US-amerikanischen Multizenter-Studie wurden am 30.12.2020 veröffentlicht. Primär untersucht wurde, ob nach mindestens 14 Tagen nach der zweiten Impfung (mit 28 Tagen Abstand) weniger (symptomatische, mit einem Labortest bestätigte) COVID-19 Erkrankungen beobachtet werden konnten. Das war der Fall: In der mit einem Placebo geimpften Kontrollgruppe erkrankten 185 (1,3%) der Beteiligten, in der mit dem Impfstoff behandelten erkrankten nur 11 Personen (0,08%). Das entsprach einer Impfwirksamkeit von 94,1 % (95% Konfidenzintervall 89,3 bis 96,8%). In verschiedenen Untergruppen (u.a. Frauen/Männer, Altersgruppen) war die Impfwirksamkeit jeweils in etwa vergleichbar hoch gegeben, bei den über 65-Jährigen eventuell etwas niedriger (Impfwirksamkeit von 86,4 %, 95% Konfidenzintervall 61,4 bis 95,2%). Schwere COVID-19-Erkrankungen wurden in 30 Fällen beobachtet (mit einem Todesfall), alle gehörten zur Kontrollgruppe. Die Impfung führte nicht zu einem erhöhten Vorkommen schwerer Nebenwirkungen. Nach der Impfung mit dem mRNA-Impfstoff kam es häufiger zu lokalen Impfreaktionen (erste und zweite Impfung), Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen (jeweils insbesondere nach der zweiten Impfung) von kurzer Dauer. Für das Moderna-Mittel liegen noch nicht genug Daten zur Beurteilung allergischer Reaktionen vor.
Am 6.01.2021 hat die Europäischen Kommission den Impfstoff unter dem Namen „COVID-19 Vaccine Moderna“ als COVID-19-Impfstoff (mRNA) zur Verwendung ab einem Lebensalter von 18 Jahren zugelassen.
4-6 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen wird für den Impfstoff von Moderna empfohlen.
Einen Vorteil gegenüber dem BioNTech-Impfstoff hat der Moderna-Impfstoff: Er muss weniger stark gekühlt werden.

Wer überwacht die Impfreaktionen (Nebenwirkungen)?

Auch bei breiter Anwendung wird die Wirksamkeit, Sicherheit und auch die Schutzdauer der COVID- Impfstoffe fortlaufend von den jeweiligen pharmazeutischen Unternehmen, die die Impfstoffe herstellen, selbst sowie durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die zuständigen Gremien bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) überprüft und bewertet. Die entsprechenden Erkenntnisse werden genutzt, um zeitnah das aktuelle Wissen bei der Impfpraxis zu berücksichtigen.

Wer wird zuerst geimpft?

Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) festgelegt, die auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) aufbaut (Detailinformation siehe Kasten „Die Priorisierung im Einzelnen - 3 Stufen der Impfabfolge“). Eine aktualisierte Rechtsverordnung ist am 24. Februar 2021 in Kraft treten. Eine Priorisierung ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen. Nach der aktuellen Coronavirus-Impfverordnung können Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind, mit hoher Priorität geimpft werden.

Wenn die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch Instituts für Impfstoffe einen altersspezifischen Einsatz wie bei dem AstraZeneca-Impfstoff empfiehlt (Anwendung bei Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren), soll er vorrangig bei diesen Altersgruppen eingesetzt werden, die anderen Impfstoffe bei den anderen Altersgruppen (z.B. ältere Personen).

Die Priorisierung im Einzelnen - 3 Stufen der Impfabfolge

Stand 24.02.2021; ohne Gewähr:

Stufe 1: Höchste Priorität

Folgende Personen haben mit höchster Priorität Anspruch auf Schutzimpfung:

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege begutachten und prüfen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren und in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden (wie z.B. Bronchoskopie)
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht - insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin

Stufe 2: Hohe Priorität

Folgende Personen haben mit hoher Priorität Anspruch auf Schutzimpfung:

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21
  • Personen nach einer Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose), Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%), Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen für geistig oder psychisch behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind auch Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die insbesondere in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen untergebracht oder tätig sind
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind

Stufe 3: Erhöhte Priorität

Folgende Personen haben mit erhöhter Priorität Anspruch auf Schutzimpfung:

  • Über 60-Jährige
  • Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen (Remissionsdauer mind. 5 Jahre), Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus (mit HbA1c < 58 mmol/mol oder < 7,5%), Adipositas (BMI über 30)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland tätig sind
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte tätig sind
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Wie läuft das Terminmanagement?

Die Bundesländer laden diejenigen ein, die an der Reihe sind. Sie schalten telefonische Hotlines, die 116117 wird als Zugangsnummer für die Terminvergabe genutzt. Zudem können Möglichkeiten der digitalen Terminvereinbarung vorgesehen werden. Für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren sowie die Terminvergabe sind die Bundesländer zuständig.

Muss ich nach der Impfung noch eine Maske tragen? Werde ich von Einschränkungen befreit, wenn ich geimpft bin?

Die bestehenden Empfehlungen (AHA-Regeln) und Einschränkungen zum Infektionsschutz gelten zunächst für alle weiter.

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